Auch wenn sie de facto zwischen Österreich, Ungarn und Deutschland gerade außer Kraft ist, gilt in Europa immer noch die Dublin-Verordnung: Flüchtlinge müssen eigentlich in dem EU-Land um Asyl ansuchen, in dem sie als erstes polizeilich registriert werden.
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Die Schweizer Firma ORS (Organisation für REGIE und Spezialaufträge), bekannt als Betreiber des Flüchtlingslager Traiskirchen, hat eine elegante Lösung gefunden, wie Profitmaximierung für die AktienbesitzerInnen einerseits und publikumswirksame Vertragserfüllung anderseits unter einen Hut gebracht werden können: Die ORS setzt ab sofort auf das ehrenamtliche Engagement österreichischer Schauspielerinnen und Schauspieler, die den Flüchtlingen anhand von Texten der österreichischen Hochliteratur Deutsch beibringen.
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was sie sich wünschen, was sie fordern …. Hier ihre Antworten, Forderungen von Flüchtlingen in Traiskirchen (Here are the demands of refugees in Traiskirchen): „We don’t want to be deported!“ (mehrmals) „Stop Dublin!“ (mehrmals) „We want to learn deutsch.“ „Wir wollen ein friedliches Leben haben.“
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Die schweigende Mehrheit der Menschen in Österreich fragt sich seit Wochen, ob es sich bei der humanitären Katastrophe in Traiskirchen um ein Versagen der zuständigen Innenministerin und ihres Kabinetts handelt, um politische Unfähigkeit der Regierung oder um eine bewusste Inszenierung. Am Samstag, den 15.8.2015 besuchten wir zusammen mit Flüchtlingen eine Diskussion mit Johanna Mikl-Leitner unter dem Motto „Christliche Flüchtlingspolitik der ÖVP zwischen Anspruch und Realität“ in der politischen Akademie der ÖVP, zu der vor allem VertreterInnen der Kirchen gekommen waren.
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UPDATE: Liebe Freunde und Freundinnen, großen, herzlichen Dank für all die Spenden! In einer Woche haben wir so viele Medikamente zusammenbekommen, dass unserer Lager fast platzen! Deswegen können wir derzeit keine weiteren Spenden mehr annehmen. Die Situation ändert sich immer wieder, momentan sind es nicht mehr Medikamente, die gebraucht werden. Nochmals herzlichen Dank <3 Eintrag vom 16.8.2015: Liebe Freunde und Freundinnen! Schon seit ca einem Monat fahre ich als Ärztin regelmäßig nach Traiskirchen um Medikamente bzw. frisches Verbandsmaterial zu verteilen. Bis jetzt fand dies immer direkt auf der Straße vor Traiskirchen statt. Nun hat uns die muslimische Gemeinde einen Behandlungsraum…
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Seit Wochen veröffentlichen Flüchtlinge aus dem völlig überfüllten Erstaufnahmezentrum Ost in Traiskirchen Berichte und Bilder, die die menschenunwürdigen und gefährlichen Zustände dort an die Öffentlichkeit bringen, und so die Nachrichtensperre der Betreiberfirma ORS und des Innenministeriums durchbrechen.
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Zuerst unsere Übersetzung auf Deutsch, unten das englische Original: Die Neuankömmlinge müssen unter schlechten Bedingungen leben. Den Menschen ist hier nicht erlaubt, sich aus ihrem kleinen Bereich des Lagers fortzubewegen. Sie dürfen nicht zum Essen kaufen rausgehen, die Wachmannschaften geben ihnen Essen innerhalb des Lagerbereichs. Die meisten von ihnen haben nicht einmal ein Zelt.
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Ein kurzer Bericht von heute Sonntag. Wir sind wieder in Traiskirchen und sind mit unseren neuen Freunden/innen aus Syrien, dem Iran, Irak, aus Eritrea und Pakistan im Traiskirchner Freibad. Die Situation im Lager scheint sich ein wenig zu entspannen.“Es wird leerer“, sagt uns Achmed. Trotzdem schlafen immer noch über 1.000 Menschen im Freien, doch fast alle haben jetzt immerhin Zelte. Fast alle, der Bedarf an Zelten ist noch nicht vollständig gedeckt.
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Morgen, Samstag, den 8.8.2015 wird die Initiative „Die schweigende Mehrheit sagt JA“ in der Mariahilferstrasse eine drastische Vergegenwärtigung der Situation der Flüchtlinge inszenieren. Die Einkaufsstrasse verwandelt sich für drei Stunden in eine Traiskirchner Lagerstrasse. Damit soll mitten im Einkaufstrubel darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Regierung 30 km von Wien entfernt eine humanitäre Katastrophe produziert. „Immer noch müssen 2000 Menschen in Traiskirchen die Nächte im Freien verbringen, viele nicht einmal durch eine Plane oder ein Zelt gegen den Regen geschützt.
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Unmenschliche Eindrücke aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, 5. August 2015 Sie schlafen in Gängen oder unter Planen und im Freien. Und unter jenen Menschen, die nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben, sind auffallend viele Frauen und kleine Kinder. Die zur Betreuung für 1.800 Asylwerbende zugelassene EAST Traiskirchen ist dramatisch überfüllt und die Bedingungen für die Flüchtlinge und das überforderte Betreuungspersonal untragbar. Die Kommission der Volksanwaltschaft führte im Zuge des Besuchs viele Gespräche mit Asylwerberinnen und Asylwerbern sowie dem Personal vor Ort. Folgende Einzelschicksale zeigen die dramatische Lage exemplarisch auf und verdeutlichen insbesondere die unmenschlichen Bedingungen für UMF bzw. Flüchtlingskinder: