Ob das etwas an der österreichischen Politik ändert, wenn sich jetzt die Schutzbefohlenen erdreisten, nicht nur vor den Grenzen, sondern auch innerhalb der Grenzen zu sterben? Der Grenzen Europas? Österreichs? Des Lagers in Traiskirchen? Der Grenzen ihrer Heimat? Der Grenzen der Welt? Der Grenzen der Menschlichkeit?
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Wir waren gestern wieder vor dem Lager, zusammen mit Ahmed stehen wir vor dem Tor. Er ist seit 2 Monaten hier in Traiskirchen. Er ist Syrer, hat Wirtschaft studiert und spricht perfektes Englisch. Seit einem Monat ist er unser Dolmetscher und innerhalb des Lagers versucht er die Neuankömmlinge zu informieren wie es weitergeht, soweit man das so bezeichnen kann. „Weitergehen“. Ein Mann und eine Frau kommen auf uns zu. Die Frau hat ein Neugeborenes auf dem Arm.
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Am Samstag, 15.8. gab es die Gelegenheit, im Rahmen der Veranstaltung „Christliche Flüchtlingspolitik der ÖVP zwischen Anspruch und Realität“ in der Politischen Akademie der ÖVP an einem Gespräch mit der Bundesinnenministerin Johanna Mikl-Leitner teilzunehmen. Wir haben diese Veranstaltung besucht und bereits in einer Aussendung darüber berichtet. Hiermit reichen wir noch die Videoaufzeichnung aus dem Netz und dazu unser Transkript nach.
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Seit Wochen veröffentlichen Flüchtlinge aus dem völlig überfüllten Erstaufnahmezentrum Ost in Traiskirchen Berichte und Bilder, die die menschenunwürdigen und gefährlichen Zustände dort an die Öffentlichkeit bringen, und so die Nachrichtensperre der Betreiberfirma ORS und des Innenministeriums durchbrechen.
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Wegen der hoffnungslosen Überfüllung des Lagers Traiskirchen hat das Innenministerium beschlossen, in Wien aufgegriffene Flüchtlinge gleich auch direkt in Wien zu internieren, bis ihre Identität geklärt ist und festgestellt wurde, ob sie nicht sofort nach Ungarn zurückgeschoben werden können.
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Zuerst unsere Übersetzung auf Deutsch, unten das englische Original: Die Neuankömmlinge müssen unter schlechten Bedingungen leben. Den Menschen ist hier nicht erlaubt, sich aus ihrem kleinen Bereich des Lagers fortzubewegen. Sie dürfen nicht zum Essen kaufen rausgehen, die Wachmannschaften geben ihnen Essen innerhalb des Lagerbereichs. Die meisten von ihnen haben nicht einmal ein Zelt.
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Morgen, Samstag, den 8.8.2015 wird die Initiative „Die schweigende Mehrheit sagt JA“ in der Mariahilferstrasse eine drastische Vergegenwärtigung der Situation der Flüchtlinge inszenieren. Die Einkaufsstrasse verwandelt sich für drei Stunden in eine Traiskirchner Lagerstrasse. Damit soll mitten im Einkaufstrubel darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Regierung 30 km von Wien entfernt eine humanitäre Katastrophe produziert. „Immer noch müssen 2000 Menschen in Traiskirchen die Nächte im Freien verbringen, viele nicht einmal durch eine Plane oder ein Zelt gegen den Regen geschützt.
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Samstag, 8.8. von 12 – 15 Uhr Mariahilferstrasse/Ecke Neubaugasse: Die schweigende Mehrheit sagt JA JA zur Solidarität mit Menschen in Not! JA zu einem Dach überm Kopf für ALLE! JA zu einer menschenwürdigen Behandlung von Flüchtlingen! Das dringendste im Moment ist noch viel mehr Druck aufzubauen, damit alle Flüchtlinge sofort eine menschenwürdige Unterkunft erhalten.