Die Ankunft in Spielfeld wirkt surreal: Österreichfahnen von circa 400 Pegida-Österreich Anhängern und Anhängern der Identitären wehen uns entgegen, während in Sprechchören „Wir sind das Volk“ und „Festung Europa, macht die Grenzen dicht“ gerufen wird.
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Auch wenn sie de facto zwischen Österreich, Ungarn und Deutschland gerade außer Kraft ist, gilt in Europa immer noch die Dublin-Verordnung: Flüchtlinge müssen eigentlich in dem EU-Land um Asyl ansuchen, in dem sie als erstes polizeilich registriert werden.
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was sie sich wünschen, was sie fordern …. Hier ihre Antworten, Forderungen von Flüchtlingen in Traiskirchen (Here are the demands of refugees in Traiskirchen): „We don’t want to be deported!“ (mehrmals) „Stop Dublin!“ (mehrmals) „We want to learn deutsch.“ „Wir wollen ein friedliches Leben haben.“
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Ob das etwas an der österreichischen Politik ändert, wenn sich jetzt die Schutzbefohlenen erdreisten, nicht nur vor den Grenzen, sondern auch innerhalb der Grenzen zu sterben? Der Grenzen Europas? Österreichs? Des Lagers in Traiskirchen? Der Grenzen ihrer Heimat? Der Grenzen der Welt? Der Grenzen der Menschlichkeit?
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Unmenschliche Eindrücke aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, 5. August 2015 Sie schlafen in Gängen oder unter Planen und im Freien. Und unter jenen Menschen, die nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben, sind auffallend viele Frauen und kleine Kinder. Die zur Betreuung für 1.800 Asylwerbende zugelassene EAST Traiskirchen ist dramatisch überfüllt und die Bedingungen für die Flüchtlinge und das überforderte Betreuungspersonal untragbar. Die Kommission der Volksanwaltschaft führte im Zuge des Besuchs viele Gespräche mit Asylwerberinnen und Asylwerbern sowie dem Personal vor Ort. Folgende Einzelschicksale zeigen die dramatische Lage exemplarisch auf und verdeutlichen insbesondere die unmenschlichen Bedingungen für UMF bzw. Flüchtlingskinder:
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Wir waren heute wieder vor dem Lager. Nach dem Aufnahmestopp fragen uns die ankommenden Leute, wo sie jetzt hinsollen und ob das Lager für immer geschlossen ist und ob sie jetzt wieder nach Ungarn müssen, wo sie geschlagen wurden. Ein Mann mit Familie sagt, dass er sich umbringt, bevor er nach Ungarn zurückgeht. Man hat dort in einem Flüchtlingslager seine Kinder geschlagen und 2 Tage von ihm getrennt. Während er erzählt, verlässt ein großer Müllwagen das Lager. „Wir machen sauber“ steht drauf: Amnesty International kommt morgen.
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Ich bin Ärztin und schon relativ viel in der Welt herumgekommen, unter anderem auch in den sogenannten 3.-Welt-Ländern. Dementsprechend war für mich die Situation, Menschen in Not ohne basale medizinische Versorgung zu erleben, nicht unbedingt was neues. Das was mich schockierte ist, daß sich dies 40 min von Wien entfernt abspielt!
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Die schweigende Mehrheit sagt JA zu den Beschlüssen der Regierung und feiert sie als einen Erfolg des Drucks der schweigenden Mehrheit. Dass in ganz Österreich die Menschen sich über die unerträgliche Situation im Flüchtlingslager Traiskirchen empört und tatkräftige Hilfe angeboten haben, hat die Regierung so unter Druck gesetzt, dass sie sich gezwungen sah, einige Änderungen zu beschließen, die von den im Flüchtlingsbereich tätigen NGOS seit Jahren gefordert werden.